Allergische Augenerkrankung, tränende Augen, Pollenallergie, Bindehautentzündung

Wenn die Pollenzeit beginnt, leiden sehr viele Menschen unter den verschiedensten Symptomen und quälen sich oft durch den Alltag. Pferde können von einer Pollenallergie ebenso betroffen sein, wie wir Menschen. Dabei muss es nicht immer zu den bekannten Hustenanfällen kommen, sondern auch die Augen können betroffen sein. Die Pferde reagieren mit Lichtscheue, tränenden Augen, geröteter Bindehaut oder auch mit milchigem Tränenfluss. Das Gebiet um die Augen kann geschwollen sein. Die Symptomlage kann von brennen bis jucken alles beinhalten. Da sich die Pferde an allen möglichen Gegenständen reiben, ist die Verletzungsgefahr sehr groß.

Manche Pferde reagieren auch extrem mit Kopfschütteln, was dann oft fälschlicherweise mit Headshaking in Verbindung gebracht wird. Das Nervenkostüm der Pferde ist durch die Problematik sehr angespannt und oft erkennt man sein eigenes Pferd nicht wieder.

Das Immunsystem welches eigentlich die Aufgabe hat, das Pferd zu schützen, arbeitet hier entgegengesetzt. Eine Allergie kann im Laufe des Lebens entstehen aber ebenso auch erblich bedingt sein. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen Bestandteile die von außen kommen und vernichtet somit die Eindringlinge.

Wenn ein gesundes Pferd mit Pollen in Berührung kommt umschließt der Antikörper die Polle und entfernt sie. Ist ein Pferd allergisch, kommt es aber zu einer übertriebenen Reaktion des Immunsystems. Wenn ein Pferd dauerhaft mit Schimmelpilzen (Heu, Silage, Stroh) zu kämpfen hätte und daraufhin eine Allergie entwickelt, wäre das eine erworbene Veranlagung. Sie kann aber auch über Eltern oder Großeltern weiter vererbt werden. Wann diese geerbte allergische Veranlagung dann ausbricht, kann keiner vorher sagen. Bestimmte Umweltfaktoren oder auch Stoffwechselstörungen können dies beschleunigen.

Stress ist ein häufiger Auslöser oder eine Trennung (Stallwechsel, anderer Boxennachbar). Ein Befall mit Endo- und Ektoparasiten kann ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen. Ein längerfristiger Wurmbefall schädigt den Verdauungstrakt und die natürliche Darmflora wird zerstört. Das Immunsystem welches vom Darm gesteuert wird, würde Schaden nehmen. Bei allergischen Erkrankungsformen ist es wichtig, den Hintergrund abklären zu lassen (Blutbild, Augenuntersuchung….).

​Bei einer Augenuntersuchung wird ein Lichttest vorgenommen und meist eine Untersuchung mit dem Ophthalmoskop um die Gesamtheit des Auges zu erfassen. Hierbei kann man dann auch feststellen ob ein lichtscheues Pferd an einer periodischen Augenerkrankung leidet oder ob eventuell eine Allergie dahinter steckt. Man kann das Pferd auch in seiner gewohnten sowie einer ungewohnten Gegend beobachten, um zu sehen wie es sich verhält.

Man sollte auf folgendes achten:

*Normalerweise ist die Bindehaut blassrosa, glatt und glänzend. Bei einer Erkrankung ist sie meist gerötet, glasig oder angeschwollen

*wie bewegt sich das Tier sicher, zögernd, stolpernd, suchend

*verhält sich das Pferd im Schritt und in der Bewegung normal

*wie hält es den Kopf, nach vorne, oder schief

*wie nimmt es seine Umgebung war Bindehautentzündungen können verschiedene Hintergründe haben.

Die Augen sind eins der wichtigsten Sinnesorgane beim Pferd. Ihre Erkrankungsformen sind unter Umständen mit einer Gebrauchsminderung und Wertminderung verbunden. Neben dem Geruchs- und Gehörsinn sind die Augen die wichtigste Sinneswahrnehmung, die das Pferd besitzt um sich in seiner Umwelt zurecht zu finden. Augenerkrankungen sind oft eine Begleiterscheinungen anderer körperlicher Beschwerden.

Zum Beispiel nach einer Vergiftung oder schweren Leberschäden. Befallen werden meist die Bindehaut, die Nickhaut oder die mittlere Augenhaut (Iris, Ziliarkörper Aderhaut).

An der Augenverfärbung lassen sich auch Rückschlüsse auf andere Erkrankungen schließen wie u. a.

*eine blasse Schleimhaut auf eine Anämie

*eine gelbliche auf eine Leberfunktionsstörung

*eine bläuliche auf eine Herzerkrankung.

Auch der Befall eines- oder beider Augen kann unterschiedliche Hintergründe haben.

 

Beidseitige Bindehautentzündung ist ein Begleitsymptom bei verschiedenen Infektionskrankheiten. Einseitige eitrige Bindehautentzündung kann mit einer eitrigen Kiefernhöhlenentzündung zusammenhängen. Bindehautentzündungen entstehen meist durch Einflüsse von außen. Man unterscheidet danach nicht eitrige und eitrige sowie nach der Dauer der Erkrankung akute und chronische Entzündungen. Normalerweise ist die Bindehaut blassrosa, glatt und glänzend. Bei einer Erkrankung ist sie meist gerötet, glasig oder angeschwollen. Man kann auch oft einen schleimigen Ausfluss beobachten. Durch das Einwirken von Bakterien kann es zu einer Ansammlung von gelbem schleimigem Eiter im Bindehautsack kommen. Primäre Entzündungen sind durch die Einwirkung physikalischer oder chemischer Noxen und / oder durch Infektionserreger (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze, allergierende Stoffe, Pollen) bedingt. Sekundäre Entzündungsformen entstehen als Folge einer Störung des Tränennasenganges oder einer Entzündung anderer Augenteile (Keratitis, Uveitis), der Kopfhöhlen (Sinusitis, Oberkieferbackenzähne etc.) oder der Orbita (Phlegmone). Symptomatische oder endogene Entzündungen treten als Begleitsymptome einer Allgemeinerkrankung auf.

Eine Bindehautentzündung die durch eine Katarrh ausgelöst wird zeigen sich Symptome wie:

Lichtscheue, Erweiterung der Blutgefäße, Schwellung der Bindehaut und Tränenfluss.

Schmerzen sind meist nicht vorhanden. Manche Pferde reiben den Kopf an vorstehenden Teilen, weil die Entzündung mit Juckreiz verbunden sein kann.

Im chronischen Bild schwächen die akuten Symptome ab aber die Lidbindehaut ist verfärbt. Die Bindehaut und die Lider können anschwellen und Druck ausüben dadurch verstärkt sich der Tränenfluss und unter dem Auge bildet sich ein Ekzem. Bei andauern der Erkrankung kann es zu einer Eintrübung kommen.

 

Bei einer eitrigen Bindehautentzündung können Fremdkörper oder Erreger eine Rolle spielen. Auch an eine Nasennebenhöhlenerkrankung oder Zahnfachentzündung muss gedacht werden. Das Erscheinungsbild zeigt sich mit eitrigem Ausfluss, Verklebung der Lidränder, Rötung und Schwellung der Bindehaut mit extremer Lichtscheue. Greift das Ganze auf die Hornhaut über kann es auch hier zu einer Eintrübung kommen. Bei einem allergischen Hintergrund sollte man immer an Schwarzkümmel denken. Wichtig ist unbehandelten Schwarzkümmel einzusetzen, da dieser noch seine gesamten Inhaltsstoffe besitzt und somit seine ganze Wirkung entfalten kann. Dies gilt vor auch für die Wirkung auf das Immunsystem und damit z. B. auf sonst fast untherapierbar geltende Allergien. Allergische Pferde benötigen mehr ungesättigten Fettsäuren deshalb ist Schwarzkümmel mit seinem hohen Anteil so wertvoll. Im Gewebe umgewandelt entstehen entzündungshemmende Hormone (Prostaglandin) die auch das Immunsystem regulieren.

Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel