Dicke Pferdebeine, Lymphstau, Ödeme, Schwellungen

Wenn ein Pferd dicke Beine hat können als Hintergrund mehrere Zusammenhänge eine Rolle spielen. Betroffen kann ein Bein oder mehrere sein. Meist liegt das Problem an den Hinterbeinen. Es sind Umfangsvermehrungen / Ödeme (Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe) vorhanden, jetzt heißt es feststellen woher die kommen.

Dicke Pferdebeine

Nicht zu früh freuen,

auch wenn das Bein abgeschwollen ist, kann es in ein paar Stunden wieder anschwellen. Wenn das Lymphsystem

oder eine Übersäuerung mitspielt,

kann das in einem Teufelskreis enden

Dicke Pferdebeine

Als Auslöser kommen folgende Hintergründe in Frage :

* älteres Pferd (Ansammlung von Flüssigkeit bei verminderter Entschlackung)

* Herzprobleme

* Leberprobleme

* Schilddrüsenerkrankungen

* Nierenfunktionsstörungen

* Überlastung

* Übersäuerung des Gewebes

* gestörter Stoffwechsel

* gestörtes Lymphsystem, Lymphstau

Das fatale an der Sache mit den dicken Pferdebeinen ist, das man nach dem man das Pferd bewegt hat, oft keine Schwellung mehr sieht. Aber am Abend bei der Fütterung das dicke Bein wieder da ist. Vielfach ist es auch so, das die Umfangsvermehrung plötzlich auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Oft sind dicke Beine nach der Bewegung verschwunden, das hängt mit dem Abtransport und der Durchblutung während der Bewegung zusammen. So ähnlich wie bei älteren Menschen die unter geschwollenen Beinen leiden. Wenn Pferde längere Zeit stehen, erhöht sich der Druck in den Gefäßen. Das führt zu einem Stau im Gewebe und der Abfluss ist gestört.

Dicke Pferdebeine entstehen auch gerne bei übergewichtigen Pferden, durch einen gestörten Stoffwechselablauf.

Ist der Hintergrund das Lymphsystem, dann tritt ein Lymphstau oder Lymphödem auf. Oft sind Pferde betroffen die entweder zu wenig Bewegung bekommen oder aufgrund einer Erkrankung, Zwangsaufenthalt in der Box haben. Auch hierbei geht es wieder um einen unregelmäßigen Stoffwechselablauf im Pferdekörper. Die Schlackstoffe werden nicht abtransportiert und sammeln sich im Gewebe an. Eine zusätzliche Übersäuerung reizt das Gewebe und das Bein ist nicht nur dick, sondern auch erwärmt durch die Entzündung.

Kommt es zu Stauungen, kann sich ein Lymphödem entwickeln :

Wenn die Lymphgefäße erkrankt sind, dann ist der Flüssigkeitstransport im Gewebe gestört.

* leichte bis schwere Schwellung

* die Schwellung wandert nach oben

* das Gebiet verhärtet sich

* eine starke Spannung in dem Gebiet liegt vor

* die Schwellung ist prall

* drückt man das Gebiet ein, ist keine Delle sichtbar

Die Lymphe gehört mit zum Immunsystem und arbeitet aktiv an der Abwehr des Körpers mit. Wenn das Lymphsystem gestört ist, treten u.a. auch Atemwegsprobleme vermehrt auf. Schwellungen der Lymphknoten sind dann sehr oft vorhanden.Gerade im Ganaschenbereich kommen sie vermehrt vor. Auch Ödeme an den Augenlidern sind möglich, die durch eine angestaute Lymphflüssigkeit ausgelöst werden.Kommt eine Entzündung hinzu, können die Knoten schmerzhaft sein. Das Lymphsystem ist im ganzen Körper verzweigt. Man könnte es auch als Filtersystem bezeichnen. Ständig sind Abwehrzellen damit beschäftigt, Bakterien oder Viren zu beseitigen. Wird das Lymphsystem gestört oder in seiner Funktion eingeschränkt, findet keine Filterung mehr statt und die Produkte bleiben im Körper. Die Lymphflüssigkeit staut sich und es entstehen dicke Pferdebeine.

Wie entsteht ein Ödem :

Das Ödem ist eine Schwellung von Körpergewebe aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem.

* es ist ein erhöhter Druck in den Blutgefäßen vorhandene

* ein Eiweißmangel liegt vorbeugen

* bei Allergien oder Entzündungen ist eine Durchlässigkeit der Zellwand vorhandene

* gestörter Lymphabfluss

*Nierenerkrankungen verursachen Eiweißmangel oder einen unausgewogenen Elektrolythaushalt mit Wassereinlagerungen in den Beinen

 

Ödeme betreffen meist einzelne Regionen, bei schwerer Lymphstörung kann auch der ganze Körper betroffen sein. Ödeme sind Wassereinlagerungen und können akut oder chronisch sein.

Bei einem Lymphödem tritt mehr Flüssigkeit ins Gewebe ein, als von der Lymphe abtransportiert werden kann, die Lymphe staut sich und das Gewebe schwillt an. So kann bei Ödemen ein Teufelskreis entstehen, der zu noch stärkeren Wasseransammlungen im Gewebe führt.

 

 

Ödem – Stadium

* Stadium 1 eine weiche Schwellung ist vorhanden. Bei Druck aufs Gewebe bildet sich eine Delle. Die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Es gibt noch keine Gewebsveränderungen an der Haut.

* Stadium 2 es lässt sich kaum noch eine Delle in dem Gebiet eindrücken. Die Schwellung geht nicht mehr zurück.

* Stadium 3 es ist eine enorme Umfangsvermehrung entstanden. Die Haut ist verhärtet.

Da wir gerade bei Schwellungen sind, schauen wir uns noch etwas mehr davon an.

Schleimbeutelentzündungen sind bindegewebsartige mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln. Bei einer Verletzung kann der Schleimbeutel anschwellen und sich entzünden.

Stollbeulen sind Schwellungen im Bereich des Ellenbogenhöckers. Sie können einseitig sowie beidseitig auftreten. Nach Verletzungen treten teigige und erwärmte Schwellungen auf. Die Schwellung ist mit Flüssigkeit gefüllt und schmerzhaft.

Eine Karpalbeule tritt am Vorderfußwurzelgelenk auf. Auch hier liegt eine Verletzung vor mit einer Umfangsvermehrung. Das Ödem kann sehr groß sein und das Pferd massiv beeinträchtigen.

Eine Piephacke ist eine Schwellung im Bereich des Fersenhöckers. Ebenfalls durch Verletzung und kann ein- oder beidseitig auftreten. Die Schwellung ist weich und mit Flüssigkeit angefüllt. Das Pferd lahmt.

Als Hasenhacke bezeichnet man eine Schwellung unterhalb des Sprunggelenkes. Auch hierbei handelt es sich um eine mit Flüssigkeit gefüllte Schwellung. Lahmheit kann vorhanden sein.

Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel