Fellwechsel, Frühjahr und Herbst

Viele Pferde hatten vor einigen Wochen schon mit dem Fellwechsel begonnen, da waren die Temperaturen auch noch um einiges milder. Danach haben Alle um jedes Haar am Körper gekämpft. Durch dieses auf und ab der Witterungsverhältnisse, kommt der Stoffwechsel schnell mal aus dem Rhythmus. So ein Fellwechsel ist anstrengend und kann zu Problemen mit der Haut führen, wenn diese als Ausscheidungsorgan überlastet ist.

Der Stoffwechsel besteht aus aufbauenden und abbauenden Vorgängen. Diese versorgen auch das Blut mit lebenswichtigen Nährstoffen. Ausgeschieden wird, was der Körper nicht benötigt und was er unbedingt loswerden muss (wie Giftstoffe). Wird dieser Ablauf durch Temperatur, Hormone oder Medikamente gestört, funktionieren die Ausscheidungsorgane wie Lunge, Leber, Nieren, der Darm oder die Haut nur teilweise oder gar nicht mehr.

Gut wenn man Freunde hat (lach)

Ebenso verhält sich das mit den Übersäuerungen. Die Abfallprodukte beim Stoffwechselprozess werden entweder als neutral, als basisch oder als sauer bezeichnet. Der Pferdeorganismus behält die nützlichen Bestandteile wandelt sie um und der Rest wird ausgeschieden. Klappt das mit de Ausscheidung nicht wie vorgesehen, muss er auch die schädlichen Stoffe einlagern. Da führt zu einem verschobenen Säure- Basen- Verhältnis. Normal wären 20% Säuren zu 80% Basen. Sind die Basen vermindert verbleiben die Säuren im Körper. Sind die Nahrungsbestandteile eher sauer, so werden diese Säuren eingelagert und zwar in den Organen, im Gewebe, in Knochen und Knorpel und den Gelenken.

Die Folge der Übersäuerung können :
Gärungen, Koliken, Durchfall, Kotwasser, Leberfunktionsstörungen, Stoffwechselbelastungen und Probleme mit dem Bewegungsapparat hervorrufen.

Bei einer Stoffwechselentgleisung spielt fast immer eine Übersäuerung die Hauptrolle.
Auch bei der Fütterung sollte in dieser Zeit aufgepasst werden, eher leichtverdauliches Futter und mehrmaliges Füttern in kleinen Mengen wäre von Vorteil. Unterstützen kann man das Ganze in dem man über eine ausgewogene Kräuterfütterung nachdenkt.

 

Man kann mit Stiefmütterchen, Ringelblume, Hagebutte, Zinnkraut, Löwenzahn die Regulation des gesamten Hautstoffwechsels unterstützen. Sie wirken außerdem entschlackend und regulierend während des Fellwechsels auf den Organismus ein und beugen Hautirritationen vor.
Ebenfalls unterstützend für den Stoffwechsel wären Schafgarbe, Löwenzahn, Heidekraut, Hibiskus, Ringelblumenblüten, Haferkraut, Himbeere, Brennnesselblätter, Katzenpfötchenblüten, Haselnußblätter und Malvenblüten, diese sind empfehlenswert zur Sanierung des Stoffwechsels und des Säure / Basen- Haushaltes und zur organischen Reinigung nach längerer Medikamenteneinnahme. Sie regulieren die Abwehrkräfte und sind für die Ausschwemmung von Schlackstoffen verantwortlich.


Wenn man sich mit dem Gedanken trägt, sein Pferd der jährlichen Blutkontrolle zu unterziehen, so sollte dies nicht während der Fellwechselzeit geschehen (es sein denn, es liegt eine Erkrankung vor). Der Pferdekörper arbeitet in dieser Zeit auf Hochtouren und da kann es mitunter zu verfälschten Werten kommen. Also lieber noch ein bisschen warten.

Manche Pferde reagieren während dieser Zeit mit Darmproblemen, da wäre eine Unterstützung der Darmflora wichtig. Vitamine und Spurenelemente (Vitamin A und B, Zink, Kupfer und Selen) sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Aminosäuren werden in dieser Zeit auch mehr benötigt als sonst im Jahr.

Eine Verbesserung und Aktivierung der Darmflora kann man ebenfalls durch Kräuter verbessern. Andorn, Fenchel, Löwenzahn, Schafgarbe, Melisse, Oregano, Odermennig, Engelwurz, Basilikum, Kalmus bei Verdauungsbeschwerden und Übersäuerung des Magens. Bitterstoffhaltige Kräuter regen die Verdauungsdrüsen zur Produktion von Enzymen an, somit lässt sich die Gefahr einer Fehlgärung auf natürliche Weise unterbinden.

Das enthaltene Inulin sorgt für eine gesunde mikrobielle Darmflora und ein gesundes Darmmilieu. Nur ein gesunder Darm ist fähig die Nahrungsbestandteile vollwertig aufzuschlüsseln und das Immunsystem zu schützen.


Ein reibungsloser Fellwechsel kann erschwert werden durch :

* Alter

* Stress

* frühere Infekte

* chronische Erkrankungen

* Mangelernährung

* Leberprobleme

* Eiweißüberschuss

* Getreideüberschuss

* mangelnde Grundfutterqualität

* Übersäuerung

Bei gestörtem Immunsystem kann es auch zu einem Befall mit Parasiten kommen (z.B. Haarlinge). Es kommt zu kahlen Stellen und vermehrtem Hautjucken.
Gesunde Pferde haben selten Probleme während dieser Zeit, außer dass das Fell etwas stumpf und struppig aussieht.

Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel