Muskelerkrankungen, Muskelverspannung, Muskelriß, Muskelschwäche, PSSM

Wie schnell es zu einem Muskelproblem kommen kann, hat wohl Jeder schon am eigenen Laib erfahren. Bei Pferden läuft das nicht anders. Ein bisschen zu viel trainiert und zack ist der Muskelkater da. Verspannungen der Muskulatur können vielfältige Hintergründe haben :

- neben Überforderung

- kann auch eine Erkältung im Körper sitzen

- mangelhafte Durchblutung

- oder eine Übersäuerung des Körpers liegt vor

- auch Stress kann eine Auslöser für Verspannungen sein denn die Skelettmuskulatur steht mit dem zentralen Nervensystem in Verbindung. Bei zu viel Stressreizen ziehen sich die Muskeln zusammen, verkrampfen und können verhärten.

- Pferde die pausiert haben, reagieren gerne mit Muskelübersäuerung (durch Freisetzung von Milchsäure), wenn sie wieder antrainiert werden.

Wichtig ist das die Muskulatur immer ausreichend Sauerstoff zur Verfügung hat, sonst kommt es zu Problemen in der Bewegung. Wie weit die Muskulatur entwickelt ist, hängt von der Aufzucht, der Ernährung und dem Trainingsprogramm ab.

Bei Pferden von denen schnell eine Leistung gefordert wird, ohne das eine Vorbereitungsphase erfolgt ist, können schnell Muskelverletzungen wie : Muskelriss oder Muskelkrämpfe bekommen.

Die Größe und Stärke von Muskeln nehmen mit fortschreitendem Training zu. Daraus folgt, das auch die Verletzungen einen größeren Umfang annehmen können. Manchmal werden auch unbewusst Reize gesetzt durch z.B. abrupten Tempowechsel oder auch beim Beschleunigen und Stoppen sind Muskeln gefährdet. Bei zu langem Training ermüden Muskeln auch gerne und sind in dieser Phase extrem Anfällig auf Verletzungen.

Die Bereiche Schulter, Rücken, Kruppe und Oberschenkel

Werden meist mit Muskelzerrungen befallen, während Verletzungen der Lendengegend, der Hinterhand oder des Halses extreme Muskelschwellungen aufweisen können.

Bei einem Muskelriss kommt es zu einer massiven Einwirkung auf den Muskelbereich, der dann mit Schwellung und Entzündung reagiert. Durch den Riss können Dellen oder auch Löcher entstehen, die sichtbar sind.

Wenn ein Pferd an einer Muskelschwäche leidet, kann eine gestörte Stoffwechselfunktion als Hintergrund in Frage kommen. Der Muskelstoffwechsel wird nicht ausreichend mit Botenstoffen versorgt. Magnesium wirkt u.a. positiv auf die Muskulatur ein, Selen unterstützt die Stoffwechselfunktionen, bei einem Mangel kann es zu einer Übersäuerung der Muskulatur kommen, Vitamin E besitzt einen großen Einfluss auf die Stoffwechselfunktionen. Ein Mangel bezieht sich u.a.auf die Muskulatur, Valin /Aminosäure unterstützt u. a. das Wachstum, die Nerven und die Muskulatur.

Bei Störungen im Muskelstoffwechsel kann es auch zu einem Tying up- Syndrom kommen, das Lende, Kruppe und Hinterhand befällt. Wenn keine Verletzung die Ursache ist, liegt meist eine Übersäuerung die sich nach und nach in den Körper eingeschlichen hat vor. Je länger sich die Säuren im Gewebe ablagern, desto größer werden die Probleme.

Im Bezug auf die Muskulatur kann man am Anfang folgendes erkennen :

- Leistungsschwäche

- Pferd wirkt müde
– Muskelschmerzen


Später werden immer mehr Säuren abgelagert und es findet eine sog. Säure- Überschwemmung im Körper statt. In der Rubrik Übersäuerung beim Pferd erkennen finden sie noch andere Probleme die eine Übersäuerung auslösen können. Das Pferd wirkt zu nehmend steifer und unbeweglicher. Die Haut dunstet einen unangenehmen Geruch aus. Auch der Atem des Pferdes stinkt. Was man nicht erkennen kann, ist das der Stoffwechsel jetzt auf Hochtouren arbeitet um die Abbauprodukte los zu werden. Ein Basenpulver kann hier helfen, indem es die Säuren neutralisiert. Was die Muskulatur betrifft, ist diese schnell in ihrer Funktion behindert wenn es um Säuren geht. Bei der Fütterung ist immer wichtig, das ausreichend Calcium und wenig Phosphor vorhanden ist. Bei einem unausgewogenen Verhältnis kann es früher oder später zu einer Übersäuerung kommen. Da nichts im Körper einzeln funktioniert, sondern immer auf ein Zusammenspiel der Funktionen angewiesen ist, ist die Funktionslage des verstoffwechseln so wichtig. Während im Körper ein Stoffwechselprozess stattfindet, wird dort abgeklärt welches Restprodukt neutral, basisch oder sauer ist. Klappt die Zusammenarbeit nicht, entstehen Blockaden im Körper.

PSSM

Bei einer festgestellten PSSM leiden Pferde an einer Störung im Zucker-Stoffwechsel. Es werden extreme Mengen an Zucker in der Skelettmuskulatur gelagert, die durch den Stoffwechsel nicht abgebaut werden können und dadurch die Muskelzellen nachhaltig schädigen. Wenn man bei einem PSSM- Pferd bräunlichen Urin feststellt, dann kommt das durch eine Zerstörung des roten Muskelfarbstoffes (Myoglobin), der gelangt in die Nieren. Pferde mit dieser Erkrankung schwitzen sehr schnell, leiden an Muskelzittern, Krämpfen der Muskulatur und haben einen gestörten Bewegungsablauf. Durch eine ausgewogene Ernährung kann hat man eine gute Chance auf Verbesserung.

 

Blutbildveränderungen bei Muskelerkrankungen CK – NAC bis 408 U/l (Kreatinkinase- Muskelenzym) AST / GOT (bis 690 U/l) Selen (1,3 - 2,5 umol/l) Laktat (< 1,0 mmol/l)

Tierheilpraktikerin Birgit Vaupel